10.03.2010

„Leute sollen wissen, dass wir etwas Sinnvolles leisten“

 

Die ZSOpilatus bildet in dieser Woche zwölf Anwärter für die Schnell-Einsatz-Formation Cobra aus.

 

Silvan Schwander, Stv. Kdt. ZSOpilatus und Chef Cobra, gibt Auskunft über die einzelnen Ausbildungsschritte und über die Bedeutung der Cobra.

Herr Schwander, Sie stehen der Cobra vor. Was geschieht genau in dieser Ausbildungswoche?
Wir betreiben eine breit gefächerte Ausbildung, um die Cobra-Anwärter auf die verschiedenen Aufgaben der Cobra vorzubereiten. Die Cobra-Anwärter haben in der Regel im Vorjahr die Zivilschutz-Grundausbildung als Pionier, Betreuer oder Stabsassistent absolviert. Innerhalb der Cobra-Ausbildungswoche erhalten sie nun eine Kurzausbildung in allen wichtigen Aufgaben.

Welche einzelnen Module enthält die Ausbildung?
Wir setzen auf vier Schwerpunkte. Erstens lernen die Cobra-Anwärter bei der Pionierausbildung, wie Anlagen in Betrieb genommen und unterhalten werden. Zudem lernen sie, wichtige Geräte wie Kompressoren oder unsere Sandsackabfüllmaschine Sandking zu bedienen. Zweitens geht es darum, dass die Mitglieder der Cobra im Ernstfall Personen betreuen und in einer Zivilschutzanlage unterbringen können. Drittens werden die Cobra-Anwärter von Polizisten geschult, um die Polizei zum Beispiel bei Durchsuchungen oder bei der Suche nach vermissten Personen zu unterstützen. Viertens lernen die Cobra-Anwärter Leitungen zu bauen und das Funkgerät korrekt zu bedienen. Am Schluss der Woche werden die einzelnen Kompetenzen geprüft.

Das Programm verlangt also Kenntnisse in ganz unterschiedlichen Bereichen. Die Erstausbildung und die Wiederholungskurse bilden die Grundlage für erfolgreiche Einsätze im Ernstfall. Was sind die typischen Einsatzgebiete der Cobra?
Die Palette unserer Einsätze ist sehr breit. Dazu gehören Evakuierungen (Betreuungs-Einsätze), die Bergung von Personen und die Intervention im Hochwasserfall (Pionier-Einsätze). Wir leisten aber zum Beispiel auch im Verkehrsdienst wichtige Einsätze für die Bevölkerung.

Die Schnell-Einsatz-Formation Cobra ist ein besonderes Element. Die Mitglieder dieser Gruppe sind innert kürzester Zeit, nämlich innerhalb einer Stunde, verfügbar. Wie funktioniert das?
Alle Cobraner sind über das Mobiltelefon oder einen Pager an unserem Alarmierungssystem angeschlossen. Sie sind das ganze Jahr rund um die Uhr auf Pikett. Die Alarmierung funktioniert sehr gut und wird regelmässig getestet. Innerhalb einer Stunde sind regelmässig 60 bis 70 Prozent der Cobraner verfügbar. Berücksichtigen wir Absenzen aufgrund von Urlaub oder weil jemand beruflich in diesem Moment nicht abkömmlich ist, so ist die Verfügbarkeitsquote sehr zufriedenstellend.

Insgesamt umfasst die Cobra 75 Mitglieder aus den Gemeinden Luzern, Kriens und Horw. Ihr Ziel ist es, die Cobra längerfristig auf 100 Mann aufzustocken. Wie rekrutieren Sie den Nachwuchs?
Jedes Jahr führen wir eine Informationsveranstaltung für die Cobra durch. Darin stellen wir die verschiedenen, spannenden Einsatzgebiete vor. Es geht uns darum, möglichst viele Zivilschützer ein Jahr nach der Zivilschutz-Grundausbildung (wird vom Kanton durchgeführt, Anm. d. R.) in die Cobra zu übernehmen. Allerdings stellen wir qualitativ hohe Anforderungen, welche wir zu Gunsten der Quantität in keinem Fall senken werden.

Gibt es etwas, was Ihnen für die Cobra besonders Herzen liegt?
Die Cobra soll eine starke Einheit für die Unterstützung von unseren Partnern sein. In der Bevölkerung treffe ich immer wieder das Bild an, dass der Zivilschutz veraltet oder nicht sinnvoll sei. Wir möchten dieses verstaubte Bild definitiv aus den Köpfen entfernen. Einerseits sind wir im Kontakt mit Arbeitgebern darauf angewiesen, dass Mitarbeiter flexibel im Zivilschutz und insbesondere in der Cobra Dienst leisten können. Andererseits sollten die Bevölkerung und insbesondere auch die Privatwirtschaft erkennen, dass der Zivilschutz auch für sie da ist, wenn beispielsweise ein Materiallager vom Hochwasser überflutet ist. Kurz: Die Leute sollen wissen, dass wir etwas Sinnvolles leisten.

Herr Schwander, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Interview: Roman Unternährer, C Info ZSOpilatus

 

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