14.01.2011

Ein Altersheim zieht um.

 

80 Bewohnerinnen und Bewohner des Betagtenzentrums Wesemlin durften Ende Oktober in ihre Wohnungen zurückkehren. Zwei Jahre lang lebten sie in Provisorien beim Kantonsspital und beim Betagtenzentrum Eichhof. Verantwortlich für die Betreuung und den Transport während dem Zügeltag: 25 Personen der Zivilschutzorganisation ZSOpilatus.

 

Der jüngste Bewohner ist Hund Cyrill, die älteste Adelheid Wyniger (94). Gemeinsam sitzen sie an langen Tischen in der Cafeteria in einem Nebengebäude des Kantonsspitals. Es ist Zügeltag, heute geht es zurück nach Hause ins Betagtenzentrum Wesemlin. Jede Bewohnerin, jeder Bewohner wird hier von einem Zivilschützer betreut. Sie, im richtigen Leben zum Teil auch Pfleger, kümmern sich um die Eins-zu-Eins Betreuung. „Ohne den Zivilschutz wäre so eine Aktion gar nicht möglich“, sagt Pietro Donzelli, Projektleiter Umzug. Denn nur die ZSOpilatus könne diese grosse Zahl an qualifizierten Personen zur Verfügung stellen.

Nach dem Frühstück gehen einige auf einen kürzeren Spaziergang, andere auf einen längeren. Immer in Begleitung ihres persönlichen Zivilschutz-Betreuers. Und ein Mann, geschätzte 85 Jahre alt, will den Weg vom Kantonsspital ins Wesemlin zu Fuss zurück legen. Auch das kein Problem. Vom Z’Morge bis zum Z’Nacht werden hier den Bewohnerinnen und Bewohner (fast) alle Wünsche erfüllt, ist der Zügeltag doch mit einigem Stress verbunden. In die Freude auf die neu renovierten Zimmer im Betagtenzentrum Wesemlin mischt sich Wehmut, die liebgewonnene Umgebung verlassen zu müssen.

Nach dem Mittagessen kommt der spezielle Car der Schweizerischen Paraplegiker-Vereinigung. Die eingebaute Hebebühne ermöglicht Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten müheloses ein- und aussteigen. Nach zwei Fahrten sind alle Bewohnerinnen und Bewohner gezügelt – das klappte wie am Schnürchen. Weil aber die Zügelmänner länger als geplant mit dem Mobiliar beschäftigt sind, warten Zivilschützer und die Senioren in der neuen Cafeteria Venus. In diesen Momenten entlastet der Zivilschutz das Pflegepersonal, welches sich um die Infrastruktur kümmert und sich selber im neuen Zentrum zurecht finden muss. Bei Kaffee und Rivella entwickelt sich das eine oder andere spannende Gespräch, Bewohnerinnen und Bewohner und Zivilschützer kennen sich zum Teil von vergangenen Einsätzen.

Nach acht Stunden ist es soweit, alle Bewohnerinnen und Bewohner, alle Lampen, Bilder und Schränke finden ihr neues Zuhause. Und ja, auch Hund Cyrill hat sein Körbchen im zweiten Stock neben Frauchen bezogen, er geniesst die Ruhe. Für den Zivilschutz steht jedoch die nächste Zügelaktion bereits an: Im Januar ist die ZSOpilatus für das Alterszentrum Staffelhof in Littau als Zügelbetreuer im Einsatz.

Ron Prêtre

 

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