Kulturgüterschutz der ZSOpilatus: Mehr als nur Kisten schleppen!

Es sind die heiligen Schätze in jedem Kloster: Gemälde grosser Persönlichkeiten, beeindruckende Statuen oder mannshohe Kruzifixe. Wenn diese Objekte auf Reisen gehen, braucht es Fingerspitzengefühl – wie jenes der ZSOpilatus.

 

 

Das Kapuzinerkloster Wesemlin in Luzern hat eine wegweisende Umstrukturierung hinter sich. Man hat beschlossen, das Kloster soweit umzubauen und zu erneuern, dass nun neben der religiösen Gemeinschaft der Kapuziner ein Zentrum für ambulante Medizin sowie klosternahes Wohnen unter einem Dach möglich sind. Um diese Umbauten zu ermöglichen, brauchte es Platz. Aus diesem Grund mussten zuerst gewisse Kulturgüter wie Gemälde, Statuen oder alte Messgewänder vorsichtig umplatziert oder vorübergehend ausser Haus versetzt werden – der perfekte Einsatz für den Kulturgüterschutz der ZSOpilatus.

 

Stück für Stück hin und zurück

 

Vor den Umbauarbeiten im Kloster Wesemlin wurde ein Teil der Kulturgüter im Kloster St. Anna Gerlisberg untergebracht. Seit gut zwei Jahren ist der Umbau nun abgeschlossen und die Schätze wurden in der Woche vom 13. bis 17. März 2017 nun endlich wieder Stück für Stück ins Kloster Wesemlin rückgeführt.

 

Sorgfältig verpackt gehen die Gemälde, Kruzifixe oder Statuen auf Reisen. Im Kloster Wesemlin angekommen, packt ein Team der ZSOpilatus die Kulturgüter behutsam aus und befreit sie vom Staub. Das Tragen von Handschuhen und sorgfältiges Arbeiten ist dabei von höchster Priorität.

 

Nicht jeder darf mitarbeiten – Zusatzausbildung Kulturgüterschutz

 

Simon Wälti, Leiter des Kulturgüterschutzes, packt aus.

 

Der Umgang mit den wertvollen Kulturgütern muss geschult werden. In einem speziellen Lehrgang können Zivilschützer sich zum Kulturgüterschutz-Spezialisten weiterbilden lassen. „Es wird die Sensibilisierung mit den Gütern und dem Material gelernt, sowie die Inventarisierung. Diese ist nicht nur für einen sauberen Überblick im Kloster wichtig, sondern bei einem Katastrophenfall kann schnell entschieden werden, welche Kulturgüter an welchen Standorten gesichert werden müssen“, erklärt Simon Wälti vom Kulturgüterschutz.

 

Simon Wälti gefällt die Arbeit mit Kulturgütern sehr. Es sei unheimlich spannend, in die ehrwürdigen Mauern von Klostern zu gelangen und dadurch mit unterschiedlichen Schätzen in Berührung zu kommen.

 

Gegenseitig profitieren

 

Die Freude an der Arbeit merkt auch Christian Schweizer, Provinzarchivar der Schweizerischen Kapuziner. Er ist bei den Umzügen der ZSOpilatus immer dabei und schätzt die Zusammenarbeit und vor allem auch das Fachwissen der Zivilschützer sehr. Seiner Meinung nach wäre das grosse Projekt der Umstrukturierung des Kapuzinerklosters Wesemlin ohne die Unterstützung der ZSOpilatus nicht möglich gewesen.

 

Nun ruhen die Schätze wieder in den altehrwürdigen Mauern des Klosters Wesemlin.

 

Christian Schweizer, Provinzarchivar der Schweizerischen Kapuziner mit Simon Wälti und Dominik Zietlow vom Kulturgüterschutz der ZSOpilatus.

 

Text und Fotos: Michael Fankhauser, Mediengruppe ZSOpilatus