Erinnerungen wecken im Verkehrshaus Luzern – Betreuungseinsatz mit Betagten

Die Zentralschweiz blieb zum Glück in den letzten Jahren vor grossen Naturkatastrophen verschont – daher ist mehr Zeit vorhanden für Einsätze im Sinne der Gesellschaft. So ist ein Ausflug ins Verkehrshaus Luzern mit verschiedenen Bewohnern von Betagtenzentren möglich und hat bei ihnen viele Erinnerungen geweckt.

 

 

In den Betagtenzentren der Stadt Luzern gehören Ausflüge mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zum Alltag, meist jedoch nur zu zweit. Ein Ausflug mit einer ganzen Gruppe ist sehr selten – es fehlen schlicht die organisatorischen Mittel, um mehrere Rollstühle zu transportieren oder die Betreuung der Bewohner vor Ort zu gewährleisten.

 

Deshalb war es ein ganz besonderer Tag, als im Juni 2017 gleich vier Einsatzfahrzeuge der ZSOpilatus beim Betagtenzentrum Wesemlin vorfuhren. Vierzehn Zivilschützer waren während einer ganzen Woche im Einsatz, um den Betagten einen Ausflug ins Verkehrshaus der Schweiz zu ermöglichen.

 

Auffrischungskurs vor dem Einsatz

 

Bevor die ersten Rollstühle eingeladen wurden, startete die Woche mit einem Auffrischungskurs. Obwohl die Zivilschützer des Bereichs Betreuung im Umgang mit Bewohnern von Betagtenzentren geschult sind, werden vor den Einsätzen die wichtigsten Informationen wiederholt. Dies kann beispielsweise der fachmännische Umgang mit sehbehinderten Menschen sein oder wie ein Rollstuhl richtig zusammengeklappt wird.

 

Von Tür zu Tür

 

Insgesamt nahmen etwa 70 bis 75 Bewohner während einer Woche an den Ausflügen teil. Sie setzten sich aus den Betagtenzentren Wesemlin, Steinhof, Dreilinden und Bergli zusammen. Pro Halbtag wurde jeweils eine Gruppe vom Betagtenzentrum ins Verkehrshaus gefahren, vor Ort betreut und danach wieder zurückgebracht. Eine grosse logistische Leistung, die von der ZSOpilatus im Vorfeld genau geplant werden musste.

 

Ein Ort, der Erinnerungen weckt

 

Bei den meisten Bewohnern ist der letzte Besuch im Verkehrshaus der Schweiz bis zu 30 Jahre her. So erstaunte es die Bewohner nicht nur, was sich in dieser Zeit im Verkehrshaus alles verändert hatte – bei den historischen Trämmli, Zügen und Autos wurden zahlreiche, schon lange vergessene Erinnerungen wieder geweckt: Vor einem Skilift aus früheren Zeiten erzählte eine Bewohnerin, dass das Skifahren früher nur den Männern erlaubt war und sie dies nicht gerecht fand, oder dass die Damen früher zwar Fahrrad fahren durften, jedoch nur im Faltenjupe. Es sind diese kleinen Geschichten, die diesen Tag auch für die jungen Zivilschützer unvergesslich machten.



Text und Fotos: Michael Fankhauser, Mediengruppe ZSOpilatus