Schutz für Luzerner Kulturgüter von nationaler Bedeutung

23.06.2021

| Luzern

| Kulturgüterschutz

Im Naturmuseum, Bourbaki-Panorama und Kapuzinerkloster Wesemlin befinden sich zahlreiche Kulturgüter von nationaler Bedeutung. Der Kulturgüterschutz der ZSOpilatus bereitet diese wertvollen Einzelstücke für den Ernstfall vor – durch Inventarisierung und Erstellung von Notfalleinsatzplänen.

Der Schutz von Kulturgütern ist eine zentrale Aufgabe der Denkmalpflege der Stadt Luzern. Potentielle Bedrohungen für die wertvollen Artefakte stellen insbesondere Brände oder Hochwasser dar.

Aus diesem Grund leistete der Kulturgüterschutz der ZSOpilatus während einer Woche dringend benötigte Mithilfe bei der Inventarisierung und Erstellung von Notfalleinsatzplänen. Die Zusammenarbeit zwischen der Denkmalpflege und der ZSOpilatus hatte sich bereits in früheren Einsätzen bewährt – 2019 wurde Kulturgüter der St. Peterskapelle und 2020 wurden die Kulturgüter der Jesuiten- und Franziskanerkirche entsprechend geschützt.

Von Goldwespen und seltenen Edelsteinen

Frühmorgens empfing Benedict Hotz, stellvertretender Direkter Kantonale Museen, die Zivilschützer des Kulturgüterschutzes vor dem Naturmuseum in Luzern. Hier und in einem Aussenlager befinden sich zahlreiche besonders schützenswerte Objekte.

Besonders stolz ist Benedict Hotz auf die einzigartige Sammlung von über 4‘000 Goldwespen-Arten, bei denen es sich um Typusexemplare handelt. Daneben invetarisieren die Zivilschützer die beeindruckende, ca. 15‘000 Objekte umfassende Gesteinssammlung. Wer dabei an graue Kieselsteine denkt, liegt falsch: neben gelbem Schwefel und grünen Edelsteinen wurden auch versteinerte Mammutzähne erfasst.

#

Naturmuseum Luzern

Ein Blick aus dem Fenster machte schnell klar, welche Gefahren den wissenschaftlichen Schätzen hier drohen. Die direkt neben dem Naturmuseum fliessende Reuss führte sehr viel Wasser. Eine Überschwemmung hätte vor allem für die im Untergeschoss gelagerten Artefakte katastrophale Folgen. Aber auch ein Brand würde die meisten Kulturgüter zerstören.

Zu diesem Zweck wurden alle Gegenstände fotografisch erfasst, nach verschiedenen Prioritäten kategorisiert und in schematischen Notfalleinsatzplänen eingetragen. Diese Pläne ermöglichen es der Feuerwehr im Katastrophenfall innert kürzester Zeit die mobilen und immobilen Kulturgüter zu lokalisieren und zu schützen. Im Brandfall stehen der Feuerwehr seit neustem spezielle Kulturgüterschutz-Schutzdecken zur Verfügung, um unbewegliche Objekte effizient zu schützen.

Im altehrwürdigen Kapuzinerkloster Wesemlin

Neben dem Naturmuseum waren weitere Zivilschützer im Kapuzinerkloster Wesemlin stationiert. Hier befinden sich gleich drei Kulturgüter von nationaler Bedeutung: einerseits das Kloster selbst, also die Kirche, der Kreuzgang und der Nebentrakt. Andererseits die Bibliothek mit historischen Büchern aus dem 15. Jahrhundert, die einen internationalen Wert aufweist. Und schliesslich das Provinzarchiv des Kapuzinerordens – insgesamt eine sehr beeindruckende Arbeitsumgebung für die Zivilschützer.

Unter der Aufsicht von Christian Schweizer, Kulturpfleger und Provinzarchivar der Schweizer Kapuziner, und Nadeshda Müller von der Denkmalpflege Stadt Luzern fotografierten und inventarisierten die Zivilschützer zuerst im prächtigen Kirchenschiff und danach in der eindrücklichen Bibliothek die wertvollen Artefakte. Für Nadeshda Müller ist die Zusammenarbeit mit der ZSOpilatus enorm wichtig:

«Ohne die Manpower des Zivilschutzes könnten wir diese umfangreiche logistische Arbeit nicht innert einer Woche durchführen. Verschiedene Zivilschützer waren schon beim Einsatz 2019 dabei – wir sind ein eingespieltes Team.»

Nadeshda Müller, Denkmalpflege Stadt Luzern

Hinter den Kulissen im Bourbaki-Panorama

Auch im Bourbaki-Panorama leistete die Zivilschützer in dieser Woche einen Einsatz zugunsten der dortigen Kulturgüter. Das gigantische Wandgemälde wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch eine neue Aufhängung erdbebensicher gemacht.

Nun ging es noch darum, die weiteren Artefakte der Ausstellung (Figuren, Eisenbahnwagen und alte Gewehre) in den Notfalleinsatzplan aufzunehmen. Die Arbeit beeindruckte die Zivilschützer: «Wir konnten in einem Bereich arbeiten, der für die Besucher nicht öffentlich ist. So war ein Blick hinter die Kulissen des Museums möglich – ein äusserst spannender Einsatz.»

Autor

Sebastian

Schenk

ZSOpilatus Mediengruppe

Fotograf

Stefan

Bieri

ZSOpilatus Mediengruppe