Film

Michael

Brechbühl

ZSOpilatus Mediengruppe

Unbekanntes Terrain, eingespieltes Team

10.09.2026

| Realp

| Cobra

Cobra-Einsatzwoche am Furka: Vom 31. August bis 4. September 2026 hat die Schnelleinsatz-Formation «Cobra» der ZSOpilatus in der Furka-Region Wanderwege gepflegt, Zugänge zur Dampfbahnstrecke repariert und Ausflüge mit dem Seniorenzentrum unternommen. Der Einsatz in unbekanntem Gebiet förderte den Teamgeist und stärkte das Zusammenspiel innerhalb der Cobra.

Cobra ausserhalb der bekannten Region

Alle drei bis vier Jahre verlässt die Cobra für ihre Einsatzwoche die Region Luzern. Die Formation soll die Organisation und die Logisitk eines Einsatzes in einem unbekannten Gebiet trainieren. Dazu gehören die Vorbereitung des Einsatzes, die Verlegung von Mannschaft und Material, die Organisation der Unterkunft und Verpflegung sowie die Koordination verschiedener Akteure vor Ort.

Die diesjährige Übung fand in der Furka-Region statt. Bereits am Donnerstag und Freitag vor dem eigentlichen Einsatz wurden diverse Fahrzeuganhänger der ZSOpilatus in das Einsatzgebiet gebracht. Am Sonntag trafen die Einsatzleitung sowie die Versorgungsmannschaft ein und startete mit der unmittelbaren Vorbereitung des Einsatzes. Besonders dabei: Die Einsatzleitung übernahm die Planung weitestgehend unabhängig vom Berufselement der ZSOpilatus, um damit ihre Eigenständigkeit zu trainieren.

Während der Einsatzwoche waren insgesamt 90 Angehörige des Zivilschutzes im Einsatz. 70 Zivilschützer nächtigten im Walchwilerhus in Hospental, weitere 20 im alten Gemeindehaus in Realp. Das gemeinsame Leben während einer ganzen Woche gehört zum Ausbildungskonzept dazu. Wenn im Ernstfall viele verschiedene Personen und Funktionen zusammenarbeiten müssen, sind eingespielte Abläufe und gegenseitiges Vertrauen entscheidend.

Flexibilität: Planänderung kurz vor dem Einsatz

Eine Herausforderung wartete bereits vor dem eigentlichen Start der Woche auf die Einsatzleitung. 20 Angehörige der Cobra konnten nicht wie ursprünglich vorgesehen bei Arbeiten entlang der Bahnstrecke eingesetzt werden. Für die Einsatzleitung bedeutete dies, zusätzliche Einsatzmöglichkeiten zu organisieren.

Diese Situation beübte die Einsatzleitung zusätzlich. Die Planänderung wurde selbst zu einem wichtigen Teil der Übung: Die Einsatzleitung konnte unter realistischen Bedingungen üben, wie mit Veränderungen umzugehen ist und wie Ressourcen flexibel eingesetzt werden können.

Ein Einsatz für die Allgemeinheit

Neben dem Ausbildungscharakter leistete die Cobra während ihrer Woche wertvolle Arbeit für die Bevölkerung in der Furka-Region.

Bei der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) führten die Zivilschützer sowohl auf der Walliser- als auch auf der Urnerseite Erneuerungsarbeiten durch. Unter anderem stellten die Zivilschützer die Zugänge zu den Gleisen sicher, indem sie Treppenstufen mit Beton ausbesserten. Zusätzlich hat die ZSOpilatus die Leitung eines Wassertanks erneuert. Der Tank ist Bestandteil des automatischen Löschsystems auf der Walliserseite und trägt damit zur Sicherheit der Bahnstrecke bei.

Die Wanderwege in der Region waren der zweite Arbeitsort der Cobra. In der Nähe der Vermigelhütte in Richtung Maighelspass sowie am Wanderweg Schnüerenflue in Richtung Andermatt sorgten die Zivilschützer für den Unterhalt. Sie stellten unter anderem den Wasserabfluss sicher, damit die Wege bei Niederschlag nicht überflutet werden, und korrigierten Unebenheiten.

Im Senioren- und Gesundheitszentrum Ursern in Andermatt verbrachten die Zivilschützer Zeit mit den Seniorinnen und Senioren und sorgen für eine unterhaltsame Woche. Eile mit Weile, Ausflüge zu Kaffee und Kuchen und Karotten schälen für die Küche: Die Zivilschützer brachten Abwechslung in das Seniorenzentrum, was für Freude bei den Seniorinnen und Senioren sorgte.

Das Einsatzkommando operierte von Realp aus und bildete den vierten Einsatzort. Hier laufen alle Fäden des Einsatzes zusammen: Das Kommando koordiniert Fahrten zu den Einsatzorten und stellt den Einsatz des benötigten Materials und Werkzeug sicher.

Die Cobra: schnell, flexibel und vielseitig

Die Einsatzwoche in der Furka-Region zeigte exemplarisch, was die Cobra auszeichnet: Die Zivilschützer müssen flexibel einsetzbar sein, Verantwortung übernehmen und auch unter veränderten Bedingungen als Team funktionieren. Ob bei Arbeiten an der Bahnstrecke, beim Unterhalt der Wanderwege, in der Logistik oder bei der Betreuung – die unterschiedlichen Aufgaben erfordern verschiedene Fähigkeiten und ein gutes Zusammenspiel.

Als Schnelleinsatz-Formation der ZSOpilatus unterstützt die Cobra Partnerorganisationen im Bevölkerungsschutz bei Notlagen und Ereignissen. Rund 100 Angehörige des Zivilschutzes, inklusive Kader, gehören der Formation an. Als Generalisten werden sie in verschiedenen Bereichen wie Pionierarbeiten, Betreuung, Logistik und Führungsunterstützung eingesetzt. Im Ernstfall muss die Cobra innerhalb von maximal 60 Minuten am Einsatzort sein und erste Unterstützung leisten können.

Regelmässige Wocheneinsätze, Wiederholungskurse und Übungen mit anderen Blaulichtorganisationen schaffen die Grundlage dafür. Die Einsatzwoche in der Furka-Region bot darüber hinaus die Gelegenheit, das Zusammenspiel unter ungewohnten Bedingungen zu stärken. Eine Woche gemeinsam wohnen, arbeiten, planen und auf kurzfristige Änderungen reagieren: Genau solche Erfahrungen machen aus einzelnen Zivilschützern ein eingespieltes Team – und stärken die Cobra für ihren Einsatz, wenn es darauf ankommt.

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